von Tobias Norkowski

Sieben Tri-As im Ziel: Gänsehaut beim Ironman Kalmar

Sieben Aktive der Tri-As gingen am 15. August beim Ironman Kalmar an den Start – und alle sieben erreichten nach 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und einem Marathon das Ziel. Während Bettina und Michael Zarth, Jörg Wagner und Mirco Hammerl bereits Erfahrung über die Langdistanz mitbrachten, feierten Roland Nitsch sowie Christoph und Britta Berger ihre Ironman-Premiere.

Eine ganze Stadt feiert den Ironman

Bereits das Schwimmen durch die Ostsee und entlang des Hafenbeckens wurde zum Erlebnis. Über weite Teile der Strecke konnten die Athletinnen und Athleten die Anfeuerungsrufe vom Ufer hören. Für Mirco Hammerl war die Atmosphäre „Gänsehaut pur“. Nach seinem Eindruck standen in Kalmar sogar mehr Zuschauer an der Strecke als beim traditionsreichen Triathlon in Roth.

Bei bestem Wetter verlangte vor allem der starke Wind den Aktiven viel ab. Die große Radrunde führte teilweise über die Insel Öland. Auf den ersten rund 60 Kilometern mussten die Triathleten überwiegend gegen den Wind fahren. Entlang der Strecke sorgten zahlreiche Stimmungsnester mit Musik und kleinen Partys für Motivation.

Der abschließende Marathon wurde auf drei rund 14 Kilometer langen Runden ausgetragen. Nach den Eindrücken des Hammer Teams lagen auf der gesamten Laufstrecke lediglich etwa zwei Kilometer ohne Zuschauer. Laute Musik, begeisterte Schweden und immer neue Anfeuerungsrufe begleiteten die Aktiven bis ins Ziel. „Eine tolle Landschaft, ein sehr schöner Kurs und überall Motivation“, fasste Hammerl den Wettkampf zusammen.

Zwei Tri-As unter zehn Stunden

Schnellster Tri-As war Mirco Hammerl. Bei seiner ersten Langdistanz seit sieben Jahren erreichte er nach 9:44:25 Stunden das Ziel. Mit 3:33:04 Stunden erzielte er zugleich die schnellste Marathonzeit des Hammer Teams.

Christoph Berger sorgte bei seinem Langdistanz-Debüt für die herausragende Schwimmleistung. Obwohl er sich beim Start nach eigener Einschätzung zu weit hinten eingeordnet hatte, arbeitete er sich durch das Feld und schwamm schließlich sogar in die Gruppe der Profifrauen hinein. Seine 51:48 Minuten waren die viertschnellste Schwimmzeit aller männlichen Agegroup-Athleten.

Nach einem schnellen Wechsel folgte eine überwiegend allein gefahrene Radstrecke. Trotz körperlicher Probleme auf den letzten Kilometern blieb Berger mit 4:55:30 Stunden unter fünf Stunden. Der Marathon wurde nach einer längeren Verletzungspause zur Unbekannten. Bereits ab Kilometer acht machten sich Energieprobleme bemerkbar. Dennoch rettete Berger sein großes Ziel ins Ziel: Bei seiner ersten Langdistanz blieb er in 9:58:27 Stunden unter der magischen Zehn-Stunden-Marke. Entsprechend überwogen Stolz und Freude, auch wenn er mit dem Marathonverlauf nicht vollständig zufrieden war.

Wagner bleibt unter seiner Prognose

Für Jörg Wagner war Kalmar bereits der 13. Wettkampf über die Langdistanz. Schwimmen und Radfahren verliefen exakt nach Plan. Mit 4:52:46 Stunden fuhr er die schnellste Radzeit der Tri-As. Auf der zweiten Hälfte des Marathons konnte Wagner das angestrebte Tempo nicht mehr halten. Dennoch erreichte er nach 10:14:22 Stunden überglücklich das Ziel und unterbot seine prognostizierte Endzeit von 10:20 Stunden um 5:38 Minuten.

Starke Debüts von Britta Berger und Roland Nitsch

Britta Berger überraschte sich bei ihrer Premiere bereits im Wasser. Nach 1:10:31 Stunden verließ sie die von zahlreichen Zuschauern gesäumte Schwimmstrecke. Auf dem Rad kämpfte sie besonders mit dem Seitenwind, hatte aber dennoch viel Freude an der Strecke. Mit 5:27:48 Stunden blieb sie unter ihrer Wunschzeit von 5:30 Stunden und erzielte eine der schnellsten Radzeiten der F35–39.

Den Marathon ging Berger nach eigener Einschätzung zu schnell an. Ab Kilometer zehn entwickelte sich das Laufen zu einem harten Kampf. „Die Zuschauer haben mich ins Ziel getragen“, berichtete sie anschließend. Nach starken 11:25:01 Stunden belegte Berger bei ihrem Debüt Rang acht ihrer Altersklasse.

Auch Roland Nitsch absolvierte in Kalmar seine erste Langdistanz. Er teilte sich das Rennen solide ein und erreichte zufrieden nach 11:46:35 Stunden das Ziel.

Hand in Hand unter dem Feuerwerk

Für Bettina und Michael Zarth stand nicht die Endzeit im Mittelpunkt. Wie bereits bei Bettinas erstem Ironman Switzerland wollten beide Hand in Hand ins Ziel laufen. Ein Platten in der ersten Wechselzone kostete Michael zwar rund eine halbe Stunde, änderte aber nichts am gemeinsamen Vorhaben.

Nach etwa 25 Radkilometern überholte er Bettina und hielt anschließend rund 100 Meter Vorsprung – „wie ein Leckerli, nach dem Motto: Krieg mich“. Nach fast 16 Stunden fanden beide wieder zusammen und liefen unter dem Feuerwerk Hand in Hand über die Ziellinie. Ihre offiziellen Nettozeiten von 15:47:45 und 15:47:48 Stunden lagen nur drei Sekunden auseinander.

Nach Angaben der beiden wurde ein Foto dieses besonderen Moments in die „Best of Race“-Auswahl aufgenommen; zudem sind sie im offiziellen Racefilm zu sehen. Ihr Fazit fiel eindeutig aus: „Der Ironman war für uns bislang der schönste. Top Strecken, eine Stimmung bis in die Nacht und ganz Kalmar fiebert mit.“

Sieben Starts, sieben Zieleinläufe und viele persönliche Erfolgsgeschichten machten den Ironman Kalmar zu einem besonderen Mannschaftserlebnis für die Tri-As.